Was ist Logopädie?

In der Logopädie werden Menschen mit u.a. Sprach- Sprech- oder Stimmstörungen behandelt.

Das Wort Logopädie stammt vom Wort "Logos" (lat. "Wort"). Die gesprochene Sprache ist für den Menschen in der Regel das wichtigste und auffälligste Medium der Kommunikation.Jemand der nicht - oder anders spricht als sein Umfeld, kann in seinem Alltag erhebliche Einschränkungen erfahren. Häufig besteht Bedarf die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern und/oder andere Wege der Kommunikation zu finden.

Die Fähigkeit zur Kommunikation beinhaltet:

  1. Wahrnehmen und Verstehen (non-)verbaler Sprache von anderen Menschen.
  2. (non-)verbal zum Ausdruck bringen/Aussprechen von eigenen Gedanken/Emotionen.

Durch Beeinträchtigung der Sprache, des Sprechens oder der Stimmgebung können Probleme entstehen sich verbal Ausdruck zu verschaffen. Dies bringt häufig Folgen für den Alltag oder den Beruf mit sich.

Die logopädische Therapie umfasst Diagnostik, Behandlung, (Eltern-)Begleitung beim Transfer des Gelernten und Beratung bei fachübergreifenden Störungen. Sie wird in der Regel vom Arzt (z.B. HNO-Arzt, Kinderarzt, Allgemeinmediziner, Neurologen, Kieferorthopäde) verordnet. In der Regel dauert eine Sitzung 45 Min. Die Anzahl der Behandlungen wird vom Arzt festgelegt.

Die wichtigsten Logopädischen Behandlungsbereiche

Behandlungsbereiche im Kindesalter
  1. Sprach- und Sprechstörungen /Aussprachestörungen
  2. Myofunktionelle Störungen
  3. Redeflussstörungen
  4. Rhinophonie
  5. Neurologische Störungen
  6. Auditive Wahrnehmungsstörungen
Behandlungsbereiche im Erwachsenenalter
  1. Aussprachestörungen
  2. Stimmstörungen
  3. Redeflussstörungen
  4. Neurologisch bedingte Störungen

Behandlungsbereiche im Kindsalter

a. Sprachentwicklungsverzögerung/-störung

Eine Sprachentwicklungsverzögerung liegt vor, wenn eine Beeinträchtigung der Lautproduktion, des Wortschatzes oder der Grammatik besteht. Bei einer Sprachentwicklungsstörung liegen Beeinträchtigungen in mehreren Bereichen vor (eingeschränkter Wortschatz, Dysgrammatismus, kein altersgemäßes Verständnis der Sprache …). Bei einer Phonetischen /phonologischen Störung: ist die Aussprache der Laute nicht altersentsprechend entwickelt oder weicht von der deutschen Aussprache ab.

b. Myofunktionelle Störung

Muskuläre Funktionsstörungen im Mund-/ Gesichtsbereich, Kau- und Schluckstörungen. Während der Behandlung werden die Artikulatoren (Lippen, Zunge, Kiefer, mimische Muskulatur) mittels Bewegungsübungen gekräftigt und die Koordination derselben optimiert. Die Behandlung von myofunktionellen Störungen kann im Zusammenhang mit kieferorthopädischer Behandlung und bei Aussprachestörungen erforderlich sein.

c. Redeflusstörung

Von einer Redeflussstörung wird gesprochen, wenn der Sprachfluss dermaßen abweichend ist, dass er die normale Kommunikation hindert und gestört empfunden wird. Stottern: Stottern: wird von spannungsvollen Stockungen oder Dehnungen im Redefluss und/oder das Wiederholen von Lauten, Silben, Wortteilen oder ganzen Wörtern gekennzeichnet. Beim Poltern sind ein hohes Sprechtempo, einer nuschelnden Aussprache mit eingeschränkter mimischer- und artikulatorischer Aktivität, Monotone Stimm- und Sprechlage, und unvollständigen Satzformulierungen typisch.

Bei einigen Kindern im Vorschulalter zeigt sich ein entwicklungsbedingtes Stottern, das verursacht wird durch fehlender Ausdruckmöglichkeiten bei noch nicht vollendeter Sprachentwicklung. Das entwicklungsbedingte Stottern wird, da es in 80% der Fälle ohne logopädische Intervention von selbst vorbei geht, nicht auf Anhieb als Störung betrachtet. Wohl aber sollte das Kind in seinem Prozess der Sprachentwicklung genau beobachtet werden und können die Eltern diesbzgl. beraten werden. Sollte sich innerhalb von 1 Jahr keine Besserung zeigen, wäre eine logopädische Abklärung wichtig.

d. Rhinophonie

eine Störung der nasalen Resonanz, bei der während der Aussprache entweder zu viel oder zu wenig Luft durch die Nase entweicht. Man unterscheidet zwischen offenem Näseln (Hypernasalität); hierbei kommt es zu einem nasalen Durchschlag im Klang, und geschlossenem Näseln (Hyponasalität); was dem Klang bei einem Schnupfen mit verschlossener Nase ähnelt.

e. Neurologische Störungen im Kindesalter

Neurologische Störungen im Kindesalter können angeboren oder später erworben sein. Sie können u. A. bei bestimmten Syndromen, bei Sauerstoffmangel während der der Geburt oder bei Hirntraumas auftreten. Das Kind zeigt Störungen im Bereich der Artikulation, des Sprachverständnis, der Sprachformulierung und/oder der Schriftsprache auf. In manchen Fällen ist die Beweglichkeit der Artikulations- und Gesichtsmuskulatur, so wie die Schluckfunktion mit beeinträchtigt.

f. auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen die mit einer
Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) in Verbindung stehen

Während der logopädischen Behandlung können auditive Fähigkeiten, die für das Lesen und Schreiben erforderlich sind, strukturiert und in kleinen Schritten gezielt geübt werden.

Die Behandlung umfasst u. a:

Bei Kindern unter 6 Jahre finden große Teile der logopädischen Behandlung in Spielform statt. Je nach Reife des Kindes werden mehr oder weniger konkrete übungsanleitungen in die Behandlung mit eingebracht.

Behandlungsbereiche Im Erwachsenenalter

g. Aussprachestörungen

kommen auch bei Erwachsenen gelegentlich vor. Meistens ist die Ursache darin zu finden, dass die Störung in der Kindheit nicht oder nicht ausreichend behandelt wurde. Im Beruf oder Alltag kann das als Hindernis empfunden werden. Die Behandlungsprognose ist auch bei Erwachsenen in der Regel gut.

h. Stimmstörungen

z.B. Heiserkeit, kratzige Stimmgebung, wenig Tragfähigkeit der Stimme, Verschlechterung der Stimmgebung/Stimmausfall nach längerem Sprechen oder beim Sprechen vor Gruppen. Sekundäre Begleiterscheinungen wie Halsweh, Druckgefühl im Hals, Atemprobleme, Räusperzwang, Hustenreiz u.s.w. treten häufig mit auf. Eine Stimmstörung kann eine funktionsbedingte Ursache (durch ungünstigen Gebrauch der Stimme) und/ oder eine organisch bedingte Ursache haben. (z.B. Stimmbandknötchen oder -Polypen, Schädigung der Stimmbänder oder Stimmbandnerv nach einer Operation im Hals- oder Nackenbereich, Reflux) Auch unter psychische Belastung können Stimmstörungen entstehen.

Die Stimmtherapie wird meistens von einem HNO- Arzt oder einem Phoniater verordnet.

Stimmtherapie in unserer Praxis:
Frau Rentinck hat sich auf die Stimmtherapie spezialisiert. Sie behandelt Menschen mit funktionellen und organischen Stimmstörungen, so wie Sänger mit Resonanz- und Registerprobleme in der Singstimme. In der Therapie wird die Ganzheitlichkeit des Menschen in seinem Funktionieren, so wie die Selbstwahrnehmung der Patienten stark berücksichtigt. Der Patient lernt u.A. durch das bewusste Wahrnehmen von sprach- und kommunikationsrelevanten "reflektorischen" Bewegungsabläufen und durch konkrete funktionstechnische Hilfestellungen, seine Atmung und Stimmgebung auf "natürliche Weise" kennen und regulieren. Die Wahrnehmungen die bei den übungen entstehen, sind für die meisten Menschen schnell erkennbar, und oft empfindet der Patient bereits in der 1. Therapiestunde eine änderung der Stimmgebung. Transparenz und Nachvollziehbarkeit ist ein wesentlicher Aspekt im Therapieprozess.

i. Redeflussstörungen (siehe auch: Redeflusstörungen unter "Behandlungsbereiche im Kindesalter".)

Bei Jugendlichen und Erwachsenen umfasst die Therapie grob gesehen folgende Aspekte:

j. Neurologische Sprach-/Sprechstörungen

Neurologisch bedingte Sprach- und Sprechstörungen werden meist durch einen Schlaganfall, einen Unfall oder einer neurologischen Erkrankung ausgelöst. Der Patient zeigt Störungen im Bereich der Artikulation, des Sprachverständnis, der Sprachformulierung und/oder der Schriftsprache auf. In manchen Fällen ist die Beweglichkeit der Artikulations- und Gesichtsmuskulatur, so wie die Schluckfunktion mit beeinträchtigt.

Häufig gestellte Diagnosen im Bereich der neurologischen Störungen sind:

Abhängig von der Störung und vom Ausmaß der neurologischen Schädigung, wird ein individuelles Therapiekonzept für den Patienten erstellt. Der wichtigste Ausgangspunkt hierbei ist die Wiederherstellung oder Optimierung der kommunikativen Fähigkeiten des Patienten. Bei der Schluckstörung wird die Schluckfunktion möglichst wieder hergestellt, bei der Gesichtslähmung wird die mimische- und artikulatorische Muskulatur wieder aufgebaut und evtl. die Artikulation verbessert.

Logopädische Praxis Irene Rentinck und Sylvia Kriegel
Schloßstraße 20 · 56068 Koblenz · Tel.: 0261 9737793 · Fax: 0261 9737794
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